Wieso bin ich Einwohnerrat?
Ich habe Lust auf Politik! Riehen soll sozial und ökologisch auf Kurs bleiben. Meine Gemeinde gefällt mir, ich möchte mich aber auch für Neues einsetzen, z.B. für weniger Durchgangsverkehr, sichere Velo- und Schulwege, familienergänzende Tagesbetreuung, den Ausbau erneuerbarer Energien oder ein Familienbad ohne chemische Zusätze. Ich möchte eine lebendige, offene Gemeinde, die ihre Autonomie nutzt.
Was soll mit dem Moostal geschehen?
Mir gefällt das Moostal sehr – eine Schande, wenn es zugebaut werden würde! Riehen soll sich im Innern massvoll verdichten – nicht aussen erweitern. Das Moostal muss grün bleiben! Der Wählerwille muss respektiert werden. Deshalb unterstütze ich die neue Moostal-Initiative. Ebenso bin ich dafür, dass die Gemeinde das Moostal kauft. Das ist eine Investition in die Lebensqualität unserer Gemeinde!
Wie soll es mit dem Dorfkern weitergehen?
Der Dorfkern muss attraktiver werden – ein Parkplatz an der schönsten Lage ist verrückt! Ein Zentrum, in dem man flanieren, einkaufen, in einem Café draussen sitzen kann – das ist meine Vorstellung. Es braucht Verkehrsberuhigung, es braucht Kurzzeitparkplätze in der Nähe, z.B. unter dem heutigen Parkplatz bei der Landi.
Wie sollen sich die Steuern entwickeln?
Riehen soll eine hohe Wohnqualität bieten. Das ist ein wichtiger Faktor im Standortwettbewerb. Dafür braucht es einen guten service public. Wir brauchen auch finanziellen Spielraum für Neues, z.B. für die familienergänzende Tagesbetreuung – auch ein Standortvorteil! Mittelfristig müssen die Gemeindefinanzen im Lot sein. Bevor Steuern gesenkt werden, sollen Familien mit Kindern entlastet werden! Deshalb unterstütze ich den Vorschlag, Familien bei den Krankenkassenprämien zu entlasten.
Wie soll das Verhältnis zum Kanton aussehen?
Die jetzige Aufgabenverteilung ist sinnvoll und erzeugt Synergien, z.B. im Strassenunterhalt. Doppelspurigkeiten, z.B. in der Schule, müssen vermieden werden. Wichtig ist ein fairer Finanzausgleich, der die Ressourcen und die Lasten berücksichtigt. Kanton und Gemeinde sind Partner; Riehen muss mit dem nötigen Selbstvertrauen auftreten und gemeinsam mit der Stadt nach Lösungen suchen.
Wie sehen Sie die Rolle der evangelischen Kirche in Riehen?
Durch die Konfirmation meines Sohnes habe ich die evangelische Kirche in Riehen kennen gelernt. Er war ein begeisterter Gast im Go-in! Ich finde grossartig, was die Kirche in der Jugendarbeit, für Familien (z.B. Vespertag) und in der Sozialberatung leistet. Das ist für das Zusammenleben in der Gemeinde sehr wichtig. Es braucht ein Netz von Menschen, die sich kennen und gegenseitig unterstützen. Dass die Kirche auch Sinnfragen diskutiert, wie z. B. im Kornfeldforum, ist wertvoll. Insbesondere für ältere Menschen sind die Mittagstische und die Senioren-Ferienwochen wichtig. Dies muss auch weiterhin von der Einwohnergemeinde unterstützt werden. 
Gehören Sie einer Kirche an?
Wenn ja, wie macht sich dies in Ihrer politischen Arbeit bemerkbar?
Nächstenliebe, Mitmenschlichkeit und Respekt vor der Natur sind für meine politische Arbeit wegleitend. Der Mensch und seine Würde kommt immer zuerst. Ich setze mich für alle Menschen ein, die in unserer Gesellschaft auf der schwachen Seite stehen – in Riehen, aber auch weltweit. Beispielsweise habe ich mich gegen die Kürzung der Riehener Entwicklungszusammenarbeit eingesetzt. Mit einem Anzug forderte ich eine faire Beschaffungspolitik, damit Kinder in der Welt nicht ausgebeutet werden. Einer Kirche gehöre ich aber nicht an.
Roland Lötscher
4125 Riehen
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